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DJI Phantom 4 Test, Die Welt aus der Vogelperspektive.

Drohnen haben mich schon immer fasziniert! Die DJI Phantom 4 ist die Erste, die ich selbst ausführlich testen konnte.

Die chinesische Firma DJI hat die Phantom 4 diesen März in New York vorgestellt. Neue intelligente Sensoren erlauben Funktionen wie Active Track und TapFly. Neu ist auch die Kollisions-Erkennung, die Crash’s zuverlässig verhindern soll. Auch die eingebaute Kamera wurde verbessert und nimmt Videos in 4K auf. Fotos lösen mit 12 Megapixeln auf.

Vielen Dank an den Online-Shop Brack.ch, ohne den dieser Test nicht möglich gewesen wäre!

Die Drohne ausgepackt

Die Verpackung der Phantom 4

Die Verpackung der Phantom 4

Die Phantom 4 wird in einer schicken weissen Verpackung geliefert. Die Vorder- und Rückseite zeigen ein Produktbild und auf der rechten Seite sind einige technische  Informationen zusammengefasst.

Im Innern des Kartons ist die Drohne und das Zubehör in einem praktischen Schaumstoffkoffer verstaut. Leider ist dieser nicht besonders stabil und deshalb nur bedingt für den Outdoor-Transport geeignet.

Zubehör ist ein gutes Stichwort. Mitgeliefert wird die Drohne selbst, ein Handbuch, 8 Rotorblätter wovon 4 als Ersatz gedacht sind, die Fernsteuerung mit integriertem Tablet beziehungsweise Smartphone Halter.

Es werden 8 Propeller mitgeliefert.

Es werden 8 Propeller mitgeliefert.

Gesteuert wird der Quadrokopter mit der mitgelieferten Fernsteuerung. Diese ist stabil und liegt gut in der Hand. Für die Verbindung mit dem Computer befindet sich ein Mini USB auf USB Kabel im Koffer, welches für Firmware-Updates per Computer benötigt wird. Für’s Smartphone ist ebenfalls ein Adapter enthalten.

Was mich besonders gefreut hat, ist, dass bereits eine 16GB San Disk Extreme Karte beiliegt. Man kann also direkt mit Filmen und Fotografieren loslegen.

Beim ersten in die Hand nehmen fällt auf, die Phantom 4 ist ziemlich schwer. Das auf hochglanz polierte Plastik ist makellos verarbeitet und fühlt sich sehr robust an. Drückt man auf die beiden Knöpfe auf Ober- und Unterseite der Phantom 4, kann man den Akku herausnehmen. Dieser ist gegenüber dem Vorgänger deutlich grösser geworden und besitzt jetzt eine Kapazität von 5350 mAh. Der Akku ist wahrscheinlich das schwerste Teil der gesamten Drohne!

Der mitgelieferte Schaumstoff-Koffer

Der mitgelieferte Schaumstoff-Koffer

Ready for Takeoff

Die Fernsteuerung

Die Fernsteuerung

Um die Drohne mit der Fernsteuerung zu verbinden, schaltet man beide ein. Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle. Als nächstes müssen die 4 Rotorblätter befestigt werden. Das geht dank Klick- und Drehmechanismus sehr einfach!

Für ein Live-Bild der Kamera, muss noch das Apple bzw. Android Tablet in die anpassbare Halterung gesteckt und per USB  Kabel mit der Fernsteuerung verbunden werden. (iPhone Lightning Kabel wird nicht mitgeliefert.)

In der DJI Go App wählt man nun sein Drohnen-Modell und bekommt, falls alles geklappt hat, die Meldung «Aircraft connected».

dji_go_app

Die DJI Go App.

Gestartet wird die Drohne mit einem Button in der App, wahlweise auch mit den beide Steuerknüppeln.

Die Drohne schwebt beinahe perfekt am Ort, ungefähr 1.20m über dem Boden. Man könnte fast meinen, das Live-Bild in der App zeige ein Foto! Auch stärkerer Wind scheint den Quadrokopter nicht zu beirren – Beeindruckend.

Auch als blutiger Anfänger ist kein Problem sofort loszufliegen, schon nach einigen Minuten hat man sich an die Steuerung gewöhnt! Der Beginner Modus ist standardmäßig aktiviert und erlaubt einem in 30m Radius mit gedrosselter Geschwindigkeit umherzufliegen.

Ist man geübter kann man den Beginner Modus in den Einstellungen ausschalten. Die Phantom 4 fliegt nun bis zu 500m in die Höhe und mehrere hundert Meter in die Ferne (Gesetze beachten!). Die Phantom 4 lässt sich sehr präzise und einfach steuern, gute Voraussetzung um schöne Kamerafahrten aufzunehmen! Einzig das Rädchen zum Neigen der Kamera war mir zu unpräzise, wodurch saubere Schwenks von unten nach oben schwierig waren.

Um das volle Potential der Drohne auszuschöpfen, muss man den Sport Modus mit einem Hebel an der Fernsteuerung aktivieren. Die Phantom 4 reagiert nun viel direkter auf Steuerbefehle und erreicht die Höchstgeschwindigkeit von 20 Metern in der Sekunde. Beim Geradeausfliegen neigt sich der Kopter nach vorne und schaukelt ganz schön, wenn man abrupt bremst. Besonders beim filmen von Action Aufnahmen ist der zusätzliche Speed sehr sinnvoll und erlaubt Eindrucksvolle Speed-Aufnahmen zu machen.

Tablet/Smartphone Halterung

Tablet/Smartphone Halterung

Falls man die Drohne einmal aus den Augen verloren hat, reicht es auf den Return Home Knopf der Fernsteuerung lange zu drücken. Innerhalb kürzester Zeit landet die Drohne dort, wo sie gestartet ist. Return Home funktionierte immer perfekt!

Akkulaufzeit

Der Hersteller DJI verspricht eine Akkulaufzeit von 28 Minuten, ganze 25% mehr als beim alten Modell, der Phantom 3. Die Akkulaufzeit der Phantom 4 ist aber von vielen Faktoren abhängig. Beim normalen Fliegen hält der Akku deutlich länger als beim Aufnehmen von 4K Aufnahmen oder Funktionen wie Active-Track. Im Durchschnitt kam ich auf eine Flugzeit von circa 23-24 Minuten, 4 Minuten weniger als versprochen. Wahrscheinlich erreicht man bei wärmeren Temperaturen längere Flugzeiten.

Diese Zeit reicht zwar locker um einen Ort komplett abzufliegen und Fotos und Videos aufzunehmen, einige Minuten länger wären vor allem auf Reisen deutlich angenehmer.

Deshalb ist ein zweiter Akku trotz des relativ hohen Preises sicher eine gute Investition.

Der Akku lädt übrigens in ungefähr einer Stunde komplett auf, das gleicht die vergleichsweise kurze Flugzeit wieder aus.

Mit der Fernsteuerung hatte ich überhaupt keine Akku-Probleme, einmal aufgeladen hält der Akku sicher einige Wochen. Wenn die Fernsteuerung einmal aufgeladen werden muss, dauert das um die 3 Stunden.

Der Akku reicht für ungefähr 24 Minuten Flugzeit

Der Akku der Phantom 4 reicht für ungefähr 24 Minuten Flugzeit

Kamera

4K Video mit 30 Bildern in der Sekunde, Full-HD mit bis zu 120 Frames. Zumindest auf dem Papier scheint die Kamera der Phantom 4 einiges drauf zu haben. Der Fokus der Drohne ist unendlich gestellt, bedeutet, das alle Objekte im Bild scharf sind. Tiefenunschärfe ist verständlicherweise nicht möglich!

Die DJI Go App kommt voller Video und Foto-Einstellungen und macht die Kamera somit sehr anpassbar. Belichtung, Auflösung etc., alles kann manuell eingestellt werden. Fotos werden sehr schön scharf und können dank der verschiedenen Farbprofile auch im Color-look angepasst werden. Zum besseren Nachbearbeiten der Farben kann man auch das sehr flache Bildprofil «D-Log» wählen, das einen sehr grossen Dynamikumfang besitzt.

Auch Schärfe, Schwarzwert und Kontrast können separat konfiguriert und aus verschiedenen Presets gewählt werden.

Zwei unbearbeitete Beispielsfotos:

DJI Phantom 4 Testbild

Anders als bei den Fotos war ich bei Videos anfangs etwas enttäuscht…

Bei schlechterem Licht zeigen sich eindeutig die Schwächen der Kamera. Komprimierungs-Artefakte an den Rändern und überschärfstes Bild.

Bei einer Drohne, bei der alles auf perfekte Kamera-Aufnahmen ausgelegt ist, ein no-go!

Vor allem bei komplizierten Objekten wie Gras, Wald und Wasser kommt es zu extremen Artefakten, die Aufnahmen oft unbrauchbar machen. Das gleiche tritt auch bei schnellen Kamera-Schwenk’s auf.

Bei gutem Licht und etwas Nachbearbeitung werden die Aufnahmen jedoch sehr schön. Es ist einfach beeindruckend die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten! Besonders die Aufnahmen in 4K werden scharf, leider etwas überschärft.

Wer lieber Zeitlupen aufnehmen möchte, kann in Full HD mit 120 Frames in der Sekunde filmen.

Fotos und Videos sind dank dem perfekt angepassten Gimbals immer total ruhig und verwackeln selbst bei starkem Wind nicht – Sehr beeindruckend. Smoothe Kamerafahrten sind also überhaupt kein Problem! Dieses Video zeigt, wie präzise der Gimbal die Bewegungen der Drohne ausgleicht:

Achtung: Video Aufnahmen in 4K funktionieren nur mit schnellen SD Karten, wie der mitgelieferten San Disk Extreme. Bei langsameren Karten brechen die Aufnahmen nach 10 Sekunden ab.

Active Track, Tapfly etc.

Neu bei der Phantom 4 sind die Funktionen Tapfly und Active Track, ebenso werden durch Sensoren Hindernisse erkannt.

Bei Active Track kann man per Smartphone einen Gegenstand markieren, den die Drohne verfolgen soll.

Zum Beispiel tippt man einen Mensch an und drückt anschliessend auf GO. Die Kamera richtet sich vollautomatisch so aus, das das Objekt immer im Bild ist. Bewegt sich der Mensch nun, heftet sich die Drohne an seine Fersen. Die Drohne behält das Objekt immer im Blick und es ist auch kein Problem die Flughöhe währenddessen anzupassen.

Active Track funktioniert beim verfolgen von Menschen beeindruckend gut.

Leider funktioniert das Tracking nur zuverlässig mit Objekten, die sich nicht schneller als normales Schritttempo bewegen.

Fahrräder und Autos lassen sich bei einem gewissen Tempo leider nicht verfolgen.

Hat die Phantom 4 das Objekt verloren sucht sie danach, was manchmal in ziemlich hektischen Kameradrehungen endet.

Ich hätte mir auch gewünscht, das die Drohne ein Objekt überholen kann, um es von vorne zu filmen. Bisher bekommt man nur Aufnahmen von hinten!

 

Tapfly ist schnell erklärt: Tippt man einen Punkt auf dem Bildschirm an, fliegt die Phantom 4 in diese Richtung, erkennen die Sensoren ein Hindernis steigt die Drohne und fliegt darüber. Das Flugtempo kann manuell eingestellt werden. Diese Funktion ist nicht weiter spektakulär, aber sehr praktisch um Kamerafahrten aufzunehmen.

Die Kollisionserkennung funktioniert perfekt. Erkennen die Sensoren beim Vorwärtsflug ein Hindernis weigert sich die Drohne weiterzufliegen. Leider besitzt die Phantom 4 auf der Rückseite keine, deshalb sollte man Rückwärts vorsichtig fliegen!

Active Track

Active Track

Vorsicht, Updates

Wir sind es heute ja fast schon gewöhnt Updates für alle möglichen Geräte zu installieren. Das Smartphone vielleicht auch der Kühlschrank, auch die Drohne macht hier keine Ausnahme. Nichtsahnend habe ich die neuste Firmware-Version installiert, beziehungsweise habe es zumindest versucht.

Upgrade failed.

Unzählige male habe ich versucht das Update auf die Drohne zu installieren, unzählige male die Meldung:

Upgrade failed.

Die Software hat mich fast zum Verzweifeln gebracht!

Auf der Fernsteuerung hat das Update zuvor problemlos geklappt, mit der Folge das ich die Drohne jetzt nicht mehr steuern kann.

Nach unzähligen Versuchen habe ich die Phantom 4 mit dem Handy verbunden, wo das Update nun nach einigen Versuchen klappte, Ufff.

Die Mac App DJI Assistant ist wirklich noch nicht ausgereift!

Fazit

Die DJI Phantom 4 hat mich beeindruckt.

Diese Drohne ist ein gutes Beispiel für das, was heutzutage möglich ist. Dank der Kamera fängt man komplett neue Blickwinkel ein: Landschaftsaufnahmen, Sport, Architektur bekommen dank der Vogelperspektive einen komplett neuen Charme. Wer wollte nicht schon einmal sein Haus von oben sehen?

Hat man seine Drohne einmal aus den Augen verloren, drückt man Return Home und die Phantom 4 landet zuverlässig dort, wo sie gestartet. Active Track funktioniert beeindruckend gut, eine manuelle Geschwindigkeitsanpassung beim Tracking wäre aber praktisch, da schnelle Objekte oft zu weit entfernt sind.

Ich habe festgestellt, man kann und muss der Drohne wirklich vertrauen um spannende Szenen aufzunehmen!

Bruchlandung im Gras

Bruchlandung im Gras

Die Kamera der Drohne ist nicht perfekt, doch macht sie bei gutem Licht schöne Aufnahmen. Hier hätte ich persönlich aber mehr erwartet! Alles bei dieser Drohne ist auf perfekte Videoaufnahmen ausgelegt, unverständlich wieso genau an diesem Bauteil gespart wurde.

Schon beim ersten Start wird einem klar: Die Phantom 4 ist kein Spielzeug und sollte auch so behandelt werden!

In der Schweiz gelten Regeln, die zu beachten sind!

Vorschriften für Multikopter in der Schweiz BAZL

 

Die DJI Phantom 4 jemandem zu empfehlen, weil sie sinnvoll ist, ist schwer! Entweder man hat Spass daran oder man weiss genau, für was man sie einsetzt!

Die DJI Phantom 4 bei brack.ch kaufen.

Testvideo

Kommentare

Anonym
am 19. Mai 2016 um 05:12 Uhr

Gute Idee erst den Kopter und die FS einschalten um danach die Rotorblätter zu befestigen. Man merkt dass es deine erste Drohne ist 😉

David
am 19. Mai 2016 um 18:11 Uhr

Danke für deinen Kommentar 😉 Stimmt diese Reihenfolge ist wirklich nicht besonders geschickt beschrieben… In Realität habe ich die Rotorblätter zuerst befestigt.

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