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Persönliche Cloud für zuhause, WD My Cloud im Test

Die WD My Cloud ist wahrscheinlich die benutzerfreundlichste persönliche Cloud auf dem Markt: Viel Speicherplatz, einfache Konfiguration und Möglichkeit von überall auf seine Daten zuzugreifen zeichnen das Gerät aus. Doch hält das 300 Franken teure NAS was es verspricht?

Die WD My Cloud von aussen

Die My Cloud Mirror ist das neuste Modell des amerikanischen Herstellers Western Digital. Von aussen ist die weisse Kiste unscheinbar und erstaunlich klein. Die Cloud kann leer oder mit verbauten WD RED Festplatten von 2×2 – 2×8 Terabyte gekauft werden. Die Cloud verfügt über 510MB Arbeitsspeicher und besitzt zwei USB Anschlüsse und einen Anschluss für Ethernet. Das Gehäuse besteht komplett aus Plastik und ist mit circa zwei Kilo nicht besonders schwer.

Im Lieferumfang:

  • WD My Cloud Mirror
  • Ethernet Kabel
  • Stromkabel
  • Quick-Start Guide

Ist die My Cloud am Strom angeschlossen, beginnen die 3 blauen Status-LED’s zu leuchten. Die beiden unteren LED’s zeigen den Festplatten-Zustand. Leuchten diese blau ist alles in Ordnung, leuchten sie aber Rot muss der Status im Kontrollpanel der Cloud geprüft werden.

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Erste Einrichtung

Die Einrichtung der WD My Cloud funktioniert sehr einfach. Eingesteckt und per LAN-Kabel mit dem Router verbunden ist das NAS im Netzwerk verfügbar. Nun besucht man die Einrichtungsseite, welche einem mit einfachen Schritten die Einrichtung erklärt. Als nächstes kann man Benutzer und Netzwerkordner (Freigaben) anlegen und Berechtigungen vergeben.

Ist die Einrichtung fertig erscheint die Cloud im Finder oder dem Windows Explorer als Freigabe und es kann darauf zugegriffen werden.

Dank des aufklappbaren Deckels lassen sich die Festplatten der WD My Cloud leicht wechseln. So ist es also kein Problem beschädigte Festplatten zu tauschen oder den Speicherplatz im Nachhinein zu erweitern!

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Dashboard

Das Dashboard der WD My Cloud erreicht ihr über die URL wdmycloudmirror.local. Auf den ersten Blick ist der freie Speicherplatz, die aktuelle CPU Auslastung, der Festplattenstatus und weiteres ersichtlich. Das Dashboard ist sehr übersichtlich aufgebaut und gefällt mir sehr gut. Es ist ebenfalls kein Problem Benutzer und Freigaben zu verwalten und Änderungen an den Netzwerkeinstellungen vorzunehmen.

Hängt sich die Cloud aber auf, ist das Kontrollpanel nicht aufrufbar und es hilft nur den Stromstecker zu ziehen, um die My Cloud neu zu starten. Auch während eines Kopiervorgangs ist das Dashboard langsam und schlecht erreichbar, was wahrscheinlich dem wenigen Arbeitsspeicher zuschulden kommt.

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Datensicherheit und Geschwindigkeit

Das kopieren von kleineren Dateien stellt kein Problem dar. Klar, man wartet trotzdem länger als bei einer per USB 3.0 angeschlossenen Festplatte, doch liefert die WD My Cloud Mirror solide Werte.

Probleme treten erst dann auf, wenn Dateien weit über 100GB gross sind. Hier kann es vorkommen, dass sich das System aufhängt und der Kopiervorgang neu gestartet werden muss.

Um volle Datensicherheit zu garantieren werden die beide Festplatten standardmäßig im RAID 1 Modus formatiert. Das bedeutet das die Daten immer auf beiden Festplatten gleichzeitig gespeichert werden. Nachteil ist, dass nur noch die hälfte des verbauten Speicherplatzes zur Verfügung steht, da alles gespiegelt ist. Auch ist die Schreibgeschwindigkeit etwas langsamer als bei RAID 0 (Keine Datensicherheit, gesamter Speicher nutzbar).

Funktionen

Die WD My Cloud ist nicht nur ein Netzwerkdatenspeicher. Theoretisch ist es per Apps auch möglich Videos direkt aufs TV zu streamen oder seine eigene Webseite zu hosten. Doch eben leider nur theoretisch. Die Leistung der My Cloud Mirror reicht nicht aus um 1080p Videos flüssig mit Plex auf dem TV wiederzugeben, geschweige denn eine Webseite störungsfrei zu hosten.

Der integrierte iTunes Server läuft jedoch störungsfrei und erlaubt es euch auf der Cloud gespeicherte Musik direkt aus iTunes abzuspielen. Leider werden beim streamen über die My Cloud in iTunes keine Albumcovers angezeigt, was die Mediathek nicht besonders übersichtlich macht.

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Zugriff von überall

Man kann auf die seine gespeicherten Daten von überall zugreifen. Dazu erstellt man sich einen mycloud.com Account, den man im Dashboard mit seinem Benutzeraccount verknüpft. Nun reicht eine Anmeldung unter mycloud.com und man kann seine zuhause gespeicherten Daten ansehen, bearbeiten und herunterladen.

Ebenfalls ist ein Datenzugriff vom iPhone oder Android Smartphone möglich. Leider ist die My Cloud nicht besonders ausgereift und funktioniert mehr schlecht als recht – Schade!

Fazit

Die WD My Cloud ist ein praktisches Speichergerät um Daten im Netzwerk und von ausserhalb aufrufen zu können. Das Gerät eignet sich aber mehr der Archivierung von Dateien als zum streamen von 1080p oder 4K Filmen auf den Fernseher. Leider führt die geringe Leistung auch dazu, dass sich das System manchmal komplett aufhängt und erst nach einem Neustart wieder brauchbar ist. Die App für iOS und Android ist praktisch, funktioniert aber mehr schlecht als recht.

Die My Cloud bekommt von mir nur eine bedingte Empfehlung. Sie hängt sich zu oft selbst auf, lädt zu lange und die Apps sind noch nicht wirklich ausgereift. Trotzdem, zur Archivierung von Fotos und Dokumenten eignet sie sich vor allem durch ihre Einfachheit!

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Habt ihr Erfahrungen mit NAS Systemen, die ihr empfehlen könnt?

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